Ein Moment der Ruhe… 7. April 2020

Ein Moment der Ruhe… 7. April 2020

22. März 2020

Im Erzbistum Köln läuten in allen Kirchen täglich um 19.30 Uhr die Glocken. Das Geläut lädt zum persönlichen Gebet ein und ist ein Zeichen dafür, dass wir im Glauben und Gebet verbunden sind.
Die FIDES möchte sich an dieser Gebetsgemeinschaft beteiligen. Wir laden Sie ein, an jedem Abend füreinander und miteinander zu beten.

Dafür stellen wir für jeden Abend ein persönliches Gebet oder Gedicht bereit.

7. April 2020

 

Tun, was ihm gefällt

 

„Jesus spricht:

Ihr werdet erkennen, dass ich nichts von mir aus tue, sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat.

Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir;

er hat mich nicht alleingelassen,

weil ich immer das tue, was ihm gefällt.“

 

(Joh 8,28)

Wenn meine Aufmerksamkeit von außen nach innen
geht
und Bewusstsein wechselt vom Haben zum
Sein

ich einkehre und Heimat finde bei mir
und Gast werde in der Tiefe meiner selbst

ich meiner Seele auf den Grund gehe
und ich alles lasse, was mich trennt von mir
und dir

ich hinabsteige in die Tiefen meiner selbst
und ruhe in meiner innersten Burg

dann

wird Tun und Denken absichtslos
und es entsteht Raum für deinen Willen

wird mir geschenkt Trost ohne Ursache
und es wächst Grünkraft des Lebens in mir

werde ich eins mit allem, was atmet und allem,
was lebt

und dein Heiliger Geist befreit Lebendigkeit
in mir

werde ich ausschreiten
und tun, was dir gefällt

(Frank Reintgen, 31.03.2020)

www.reintgen.org

https://www.youtube.com/watch?v=-tWXEmt3FfU

Nimm alles von mir, was mir fernhält von dir.
Gib alles mir, was mich hinführt zu dir.
Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir.

So segne uns der eine Gott

+ Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Amen.

6. April 2020

Diesen Tag in Gottes Hände

Ich werde still
und atme tief durch.
Ich bin da vor Gott
und Gott ist da für mich.
So wie es ist, darf alles da sein.

Ich blicke zurück auf den Tag:
wie einen Film vom Morgen bis zum Abend –
vor meinem inneren Auge.

Es ist, was es ist, sagt die Liebe.

 

Ich lege diesen Tag in Gottes Hände und bete:

Gebet:

Am Abend des Tages
schauen wir auf dich, Gott.
Wenn wir jetzt diesen Tag betrachten,
schauen wir auf dich, Gott.
Auf der Suche nach Zuversicht für morgen,
schauen wir auf dich, Gott.
Für all das, das uns heute Freude geschenkt hat,
danken wir dir, Gott.
Für die Kraft des Frühlings und die wärmende Sonne,
danken wir dir, Gott.
Für die Menschen, die uns begleiten und stärken,
danken wirdir, Gott.
Für das, was uns heute nicht gelungen ist,
bitten wir um Wandlung, Gott.
Für das, was krank und unversöhnt ist,
bitten wir um Wandlung, Gott.
Für das, was unfrei und hart in uns ist,
bitten wir um Wandlung, Gott.
Die Sorge um die Kranken, die Trauer um die Toten,
legen wir in deine Hände, Gott.
Die Menschen, die sich engagieren und selber gefährden,
legen wir in deine Hände, Gott.
Besonders die Menschen, für die wir da sind,
legenwir in deine Hände, Gott.
Damit wir zur Ruhekommen in der Nacht,
legenwir alles in deine Hände, Gott.
In deine Hände lege ich meinen Geist.

So schenke uns deinenSegen,
du, der eine Gott, +
Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Amen.

In manustuas, Pater
In deineHände lege ich meinen Geist

 https://youtu.be/3Xr1XC626n8

 

5. April 2020 (Palmsonntag)

„Liebe ist die höchste Macht, wenn sie sich an das Kriterium der Ohnmacht hält (also wenn sie nicht zwingt), weil sie eine Veränderung von innen her ermöglicht.“

(nach Alex Lefrank)

 

„Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht. “

(Vaclav Havel)

 

 

Die Stimmung kann kippen

Sie rufen Hosanna,
Heil dir, du König,
du rettest mit Macht,
du vernichtest die Unterdrücker
und vertreibst auch die Pest.

Dem starken Alleskönner,
dem Zauberer –
rufen sie zu:
Hosanna!

Aber du,
Christus, Messias,
du rettest mit Ohnmacht,
mit nichts anderem als deiner Liebe,
mit göttlicher Liebe.

Die Veränderung geschieht leise,
findet statt im Innern,
sie schenkt neue Perspektiven
zum Leben
und befähigt zu lieben.

Lehre uns lieben wie du.
Christus,
Hosanna!

(Irmgard Conin)

 

Behüte mich Gott,
ich vertraue dir.
Du zeigst mir den Weg zum Leben.
Bei dir ist Freude in Fülle.
Amen.

https://www.youtube.com/watch?v=S6-UneKFn2I

 

4. April 2020

In den vergangenen Woche hat Papst Franziskus in einer bewegenden Feier den Segen Urbi et Orbi gespendet. Heute, eine Woche später, schlagen wir (leicht veränderte und gekürzte) Auszüge aus einer Litanei dieses Gottesdienstes zum Gebet vor. Wenn Sie gemeinsam beten, können Sie wieder „päckchenweise“ beten und die Anrufungen gemeinsam sprechen.

 

Herr über Schöpfung und Geschichte:
Wir beten dich an, o Herr.
Du unser Retter, Gott-mit-uns, treu und reich an Erbarmen:
Wir beten dich an, o Herr.
Du Überwinder des Todes durch Liebe:
Wir beten dich an, o Herr.
Du Freund der Menschen, auferstanden und lebendig bei Gott:
Wir beten dich an, o Herr.

 

Du himmlischer Arzt, der du mitleidest an unserem Elend:
Wir glauben an dich, o Herr.
Du guter Hirte, der du dein Leben hingibst für die Herde, die du liebst:
Wir glauben an dich, o Herr
Du lebendiges Brot, das uns ewiges Leben schenkt:
Wir glauben an dich, o Herr.

 

Von den Täuschungen der Angst und der Beklemmung:
Befreie uns, o Herr.
Von Misstrauen und Hoffnungslosigkeit:
Befreie uns, o Herr.
Von Hartherzigkeit und der Unfähigkeit zu lieben:
Befreie uns, o Herr.

 

Von Krankheiten, Epidemien und Angst vor den Mitmenschen:
Rette uns, o Herr.
Von zerstörerischem Wahnsinn, rücksichtslosem Streben und Gewalt:
Rette uns, o Herr.
Von Täuschungen, falscher Information und der Manipulation des Gewissens:
Rette uns, o Herr.

 

Sieh auf deine Kirche, unterwegs durch die Zeit:
Tröste uns, o Herr.
Sieh auf die Menschheit, die erstarrt ist vor Angst und Beklemmung,
Tröste uns, o Herr.
Sieh auf die Kranken und Sterbenden, die von Einsamkeit niedergedrückt werden:
Tröste uns, o Herr.
Sieh auf die Ärztinnen und Ärzte und alle, die im Gesundheitswesen arbeiten und durch die Arbeitslast erschöpft sind:
Tröste uns, o Herr
Sieh auf die Politikerinnen und Politiker und auf alle, die die Last der Entscheidungen tragen:
Tröste uns, o Herr.

 

In der Zeit der Herausforderung, der Fassungslosigkeit und des Verlusts:
Sende uns deinen Geist, o Herr.
In der Versuchung und der Zerbrechlichkeit:
Sende uns deinen Geist, o Herr,
Im Kampf gegen das Böse und gegen die Angst:
Sende uns deinen Geist, o Herr.
Auf der Suche nach dem wahren Guten und der echten Freude:
Sende uns deinen Geist, o Herr.
In der Entscheidung, in Dir und in Deiner Freundschaft zu bleiben:
Sende uns deinen Geist, o Herr.

 

Wenn die Angst uns niederdrückt:
Öffne uns für die Hoffnung, o Herr.
Wenn der Hass uns das Herz verschließt:
Öffne uns für die Hoffnung, o Herr.
Wenn der Schmerz uns heimsucht:
Öffne unser Herz für die Hoffnung, o Herr.
Wenn die Gleichgültigkeit uns Angst macht:
Öffne unser Herz für die Hoffnung, o Herr.
Wenn der Tod uns niederschmettert:
Öffne unser Herz für die Hoffnung, o Herr.

 

3. April 2020

Ist Gott drin?!

„Aber  –  organisierte Religion hin, organisierte Religion her  –  ich wünsche mir, dass ihr alle ein bisschen fromm werdet. Vergesst das Beste nicht!

Ich meine damit, dass ihr Gott manchmal lobt, nicht immer  –  das tun nur Schwätzer und Höflinge Gottes  –  aber doch manchmal, wenn ihr glücklich seid, sodass das Glück ganz von selbst in die Dankbarkeit fließt und ihr Halleluja oder das große Om der indischen Religion singt.

Eins von euch, ich glaube, es war Caroline, hat mal beim Besuch einer scheußlichen Kirche, in die wir euch beim Reisen schleppten, trocken gesagt: „Ist kein Gott drin!“ Genau das soll in eurem Leben nicht sein, es soll Gott drin sein, am Meer und in den Wolken, in der Kerze, in der Musik und natürlich in der Liebe.“

(Dorothee Sölle, Aus einem Brief an ihre Enkelkinder)

 

Mein Leben ist voller Gott

 

Gott, mein Gott,
ich danke dir
für die Stunden meines Lebens,
in denen das Herz weiß,
was sich dem Begreifen entzieht:

Es ist gut
mit meinem Weg.
Ich entbehre manches,
aber ich bin nicht arm.
Du machst mich reich.
Du bringst zum Schweigen
die Stimmen der Verneinung
in mir.

Du weckst mir Freude
an kleinen Dingen
und lehrst mich
die Zeichen deiner Liebe erkennen.
Die brennende Kerze
spricht mir von dir.
Ich atme dich im Duft der Hyazinthe.
Du kommst mir entgegen
im Wohlwollen von Menschen.
In der Musik
berührst du den Grund der Seele
und machst mich gewiss,
dass eine andere Welt ist,
wo die Verlassenen
zu Geborgenen werden.
Du lässt mich wohnen
in deinen Worten
wie in einem Haus.

Nicht mehr verzweifelt
sind die Tage der Traurigkeit,
sondern erfüllt
von deinen Tröstungen.

Wie Morgentau
auf ausgedörrtem Weideland
ist deine Gegenwart,
mein Gott,
für mich.

Anbeten will ich dich
und dir zusingen
meinen Dank.

Sabine Naegeli

 

2. April 2020

Heute schlagen wir zwei eher unbekannte Texte aus dem Alten Testament vor.
Das Gebet der Jona im Innern des Fisches ist eines der zahlreichen Gebete, die im Alten Testament auch außerhalb des Buches der Psalmen zu finden sind.

Lesung:

Habakuk 3,17-19

17 Zwar blüht der Feigenbaum nicht, an den Reben ist nichts zu ernten, der Ölbaum bringt keinen Ertrag, die Kornfelder tragen keine Frucht; im Pferch sind keine Schafe, im Stall steht kein Rind mehr.
18 Ich aber will jubeln über JHWH und mich freuen über Gott, meinen Retter.
19 GOTT, der Herr, ist meine Kraft. Er macht meine Füße schnell wie die Füße der Hirsche und lässt mich schreiten auf den Höhen.

 

Gebet des Jona aus dem Inneren des Fisches heraus (Jona2,1-10):

 3In meiner Not rief ich zum HERRN
und er erhörte mich.
2 Aus dem Leib der Unterwelt schrie ich um Hilfe
und du hörtest meine Stimme
4 Du hast mich in die Tiefe geworfen, in das Herz der Meere;
mich umschlossen die Fluten, all deine Wellen und Wogen schlugen über mir zusammen.
5 Ich sagte: Ich bin verstoßen aus deiner Nähe.
Wie kann ich jemals wiedersehen deinen heiligen Tempel?
6 Das Wasser reichte mir bis an die Kehle, die Urflut umschloss mich;
Schilfgras umschlang meinen Kopf.
7 Bis zu den Wurzeln der Berge bin ich hinabgestiegen
in das Land, dessen Riegel hinter mir geschlossen waren auf ewig.
Doch du holtest mich lebendig aus dem Grab herauf,
HERR, mein Gott.
8 Als meine Seele in mir verzagte,
gedachte ich des HERRN
und mein Gebet drang zu dir, zu deinem heiligen Tempel.
9 Die nichtige Götzen verehren,
verlassen den, der ihnen Gutes tut
10 Ich aber will dir opfern
und laut dein Lob verkünden.
Was ich gelobt habe, will ich erfüllen.
Vom HERRN kommt die Rettung.

 

 

1. April 2020

Seltsame Tage, die das Leben eigenartig verlangsamen.

Sie können Raum geben für Ruhe und den Blick nach innen.

 Das folgende kontemplative Gebet kann ergänzt werden, in dem ich einige Zeit im Schweigen bewusst ein- und ausatme und die Worte „Du Gott in mir“ mit dem Ausatemstrom verbinde.

 

Gebet:

Du Gott in mir

 

Auf dem tiefsten Grund meiner Seele
wohnst du in deinem Schweigen,
atmest du in deiner Treue,
wirkst du durch deine Kraft,
mein Gott in mir.

Im innersten Raum meines Herzens
wachst du in aller Stille,
wartest du in unendlicher Geduld,
bist du wahrhaft gegenwärtig,
mein Gott in mir.

Auf dem heiligen Boden in mir
erscheinst du im dornigen Feuer,
suchst du das Gespräch mit mir,
offenbarst du mir deinen Namen,
mein Gott in mir.

Auf meinem innersten Weg
gehst du mit mir, stehst du zu mir,
führst du mich zum Licht,
verlässt du mich nicht,
mein Gott in mir.

(unbekannt)

 

Nur das Eine

Wir hören viel,
aber wir hören erst eigentlich,
wenn wir die wirren Stimmen
haben sterben lassen und nur
noch eine spricht.

 

Wir sehen viel,
doch wir sehen erst eigentlich,
wenn wir die wirren Lichter
alle ausgeblasen haben und nur
das eine klare, große in der Seele leuchtet.

Meister Eckhart

 

31. März 2020

Die folgenden beiden Gebete möchten uns ermutigen, uns den Herausforderungen dieser Tage zu stellen und aufmerksam zu sein, wo und wie wir für andere zum Segen werden können.

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich den Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben. Amen.

(Franz von Assisi zugeschrieben)

 

Verborgener und heiliger Gott,
wir preisen dich.
Erfülle und durchdringe uns ganz mit Heiligem Geist,
damit wir uns selbst loslassen,
damit wir deine Liebe zulassen.
Erleuchte die Augen unseres Herzens.

Öffne uns den Weg zum Wagnis.
Wir vertrauen darauf: Du, Gott, wohnst in unserer Mitte
Du hältst uns im Innersten zusammen.
Du kennst unsere Namen.
Du willst, dass wir Salz und Licht sind,
Brot und Wein für andere.

Lass Frieden sein, wo immer Menschen leben,
Licht, wo Furcht um sich greift,
Hoffnung, wo ein Weg nicht weiterführt.
So führe uns alle zusammen in Gemeinschaft mit dir.

Gott, mit allen, die dich suchen und
Dir vertrauend bitten wir dich:
Wandle uns und unser Leben,
damit deine Kraft der Liebe sich entfaltet
in uns und durch uns
und dein Geist die Welt erneuert. Amen.

(unbekannt)

 

30. März 2020

Ich komme zur Ruhe
und atme tief ein und aus.
Ich nehme mir Zeit, auf den vergangenen Tag zu schauen:
vom Morgen bis zum Abend –
wie einen Film,
manches im Zeitlupe, manches im Zeitraffertempo.
Ich nehme wahr:
Was hat mich gefreut, gestärkt, wachsen lassen in der Liebe?
was bleibt ungeklärt, was hat mich belastet oder verhärtet?

(kurze Stille)

Ich komme damit zu dir, meinem Gott,
und sage dir
meinen Dank und
meine Bitte um Wandlung.

 

 Erhabener Gott, mein Freund Jesus,
Du kennst meinen Kleingeist,
du weitest mein Herz.
Verschaffe meiner Seele Ruhe
und kräftige mich in deiner Freundschaft.
Mache mich frei und unabhängig
in meinen Entscheidungen
und in dem, was auf mich zukommt.
Frei von Angst vor Neuem
und davor, keine Energie mehr zu haben,
frei von Eitelkeiten und Statusansprüchen,
frei von Hochmut und Kleinmut.
Stärke mein Vertrauen in dich,
stärke mein Vertrauen ins Leben.
Lass mich klar und demütig leben.
Wirke in mir, durchwirke mich
forme mich in deinem Geist.
Und schenke mir einen langen Atem.

Dazu segne uns alle:

Du
Gott, Ursprung und Ziel meines Lebens
Jesus, Freund und Bruder an meiner Seite
Heiliger Geist, Kraft und Beistand auf meinem Weg.

Amen.

Irmgard Conin

 

29. März 2020

Heute schlagen wir eine Lesung aus dem Buch Ezechiel vor,
die an diesem Sonntag in der Liturgie der Kirche vorgetragen wird:

Ezechiel 37,12b-14

So spricht Gott, der Herr: Ich öffne eure Gräber
und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf.
Ich bringe euch zurück in das Land Israel.
13Wenn ich eure Gräber öffne
und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole,
dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin.
14Ich hauche euch meinen Geist ein,
dann werdet ihr lebendig,
und ich bringe euch wieder in euer Land.
Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin.
Ich habe gesprochen, und ich führe es aus

– Spruch des Herrn.

 

Darum bitten wir heute:
dass du, Gott, unsere Gräber öffnest,
die Gräber der Angst, Einsamkeit, Trauer und Resignation.
Und dass du uns deinen Geist „einhauchst“,
der uns lebendig macht und dich erkennen lässt.

Bleibt lebendig

Bleibt lebendig, von Gott gerufen, lasst euch senden.
Bleibt lebendig, von Jesus begeistert, schafft Begeisterung.
Bleibt lebendig, vom Geist erfüllt, bringt Erfüllung.

Und so segne und behüte euch alle der Gott, der mit uns ist,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen

Frank Reintgen (www.reintgen.org)

 

28. März 2020

Wem danken?

Wer gab mir das Gefühl:
Alles wird gut
und wird es noch schlimmer
du hältst es aus

Wer gab mir die Sicherheit:
Das geht gut aus
und wird es noch furchtbarerer
das wirft dich nicht aus der Bahn

wer gab mir die Kraft
du stehst das durch
und gibt es keine Rettung
du wirst damit fertig

Wem ist hier zu danken?

Schenke mir die Fülle deines Segen

Guter Gott, ich danke dir,
dass du mit mir gehst,
mich begleitest auf meinem Weg und zu mir hältst.

In meiner Schwachheit wirst du mir zur Kraft,
in meiner Ohnmacht zur Stärke,
in meiner Trauer zum Trost,
in meiner Sorge zur Zuversicht.

Bleibe bei mir und schenke mir die Fülle deines Segens.

Frank Reintgen (www.reintgen.org)

 

 

27. März.2020

 Auf Anregung aus der „Fides-Gemeinde“ laden wir ein, das irische Segenslied
„Möge die Straße uns zusammenführen“ zur Einstimmung oder zum Ausklang dieser Gebetszeit zu hören…

Psalm 126

Als der HERR das Geschick Zions wendete,
da waren wir wie Träumende.
Da füllte sich unser Mund mit Lachen und unsere Zunge mit Jubel.
Da sagte man unter den Völkern:
Groß hat der HERR an ihnen gehandelt!
Ja, groß hat der HERR an uns gehandelt.
Da waren wir voll Freude.

 

Wende doch, HERR, unser Geschick wie die Bäche im Südland!
Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten.
Sie gehen, ja gehen und weinen und tragen zur Aussaat den Samen.
Sie kommen, ja kommen mit Jubel und bringen ihre Garben.

Gebet

Die Mitte der Nacht ist der Anfang des Tages.
Lass mich im Leid nicht bitter werden,
sondern reif, geduldig, selbstlos, milde
und voll Sehnsucht
nach jenem Land, in dem kein Leid wohnt
und nach jenem Tag,
wo Du jede Träne abwischen wirst von den Augen derer,
die Dich geliebt haben
und im Schmerz an Deine Liebe,
in der Nacht an Dein Licht
geglaubt haben.

(Karl Rahner)

 

Möge die Straße uns zusammenführen und der Wind in deinem Rücken sein,
sanft falle Regen auf unsere Felder und warm auf dein Gesicht der Sonnenschein.
Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott uns fest in seiner Hand.
Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott uns fest in seiner Hand.

Dazu segne uns der lebendige Gott,
Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.

https://www.youtube.com/watch?v=Ly7IfI6y8m8

 

26. März 2020

Gebet um Verwandlung

Herr, allmächtiger Gott,
der Verwandlung wirkt und Neues schafft,
du Gott des väterlichen Friedens und der mütterlichen Liebe:
Wir kommen vor dich und rufen zu dir,
denn unsere Herzen sind voller Hoffnung auf dich gerichtet.

In dieser Zeit bitten wir dich um die Gabe der Verwandlung.
Erneuere in uns den Geist der Gemeinschaft.
Forme unsere Gedanken zu Gedanken der Liebe.
Schenke uns die Erfahrung deines Friedens
und den Mut und die Flexibilität, Verwandlung anzunehmen
–  bei uns selbst und bei anderen,
bei denen, die leiden, und denen, die Leiden verursachen,
bei Opfern und Tätern
und bei deinem ganzen Volk.

Schenke uns den Mut, Liebe und Eintracht zu säen.
Nähre in uns die Saat der Einheit
und schenke uns Einsicht,
dass wir die Konflikte unter uns sehen und lösen lernen.
Bereite unseren Geist,
unsere Herzen und Hände,
dass wir deine Ernte einbringen.

(Versammlung des Weltrates der Kirchen in Porto Alegre)

 

25. März 2020

Ich mache ein Kreuzzeichen und zünde eine Kerze an (wenn ich mag).
Ich werde still und öffne mich für Gottes Gegenwart.
Ich trage vor Gott all das, was mich besorgt und was mich freut.
Dankend. Bittend.

Ich spreche ein Vater unser.

Ich bete:

Gott,

ich kann das alles
gar nicht fassen,
was da gerade passiert.
Der Alltag ist so anders.
Was gestern noch normal war,
kann ich heute nicht mehr tun.
Ich verstehe,
dass es notwendig ist.
Doch es macht mir auch Angst,
ich fühle mich ohnmächtig.

Ich bitte dich:
Steh du allen bei,
die Angst haben,
die gestresst sind,
die mit den Veränderungen nicht umgehen können,
die existentiell in Bedrängnis und Engpässe kommen,
die krank sind,
die um ihr Leben kämpfen.

Begleite
die Ärztinnen und Pfleger, die sich um die Kranken kümmern,
die Forschenden, die nach Schutz und Medikamenten suchen,
die Verantwortlichen in der Politik, die besonnen entscheiden müssen.

Schenke uns deines Geistes Kraft
und lass wachsen
Glaube, Hoffnung und Liebe.

Amen.

 

24. März 2020

In deine Hände  (auch als Wechselgebet zu sprechen)

Alle Sorgen und Ängste
lege ich in deine Hände.

Allen Druck und jede Last
lege ich in deine Hände.

Alle Traurigkeit und jede Sehnsucht
lege ich in deine Hände.

Alle Einsamkeit und Unruhe
lege ich in deine Hände.

Alle Schuld und jedes Versagen
lege ich in deine Hände.

Alle Ohnmacht und jeden Zweifel
lege ich in deine Hände.

 Alle Krankheit und jeden Schmerz
lege ich in deine Hände.

Alles vorsichtige Hoffen
lege ich in deine Hände.

Alle Freude und Zuversicht
lege ich in deine Hände.

Alle Zeichen menschlicher Verbundenheit
lege ich in deine Hände.

Alle Taten der Menschlichkeit
lege ich in deine Hände.

Alle Geschenke der Liebe
lege ich in deine Hände.

Nimm alles in deine Hände.
Jedes Licht und jeden Schatten.

Dir vertraue ich,

in deine Hände lege ich mein Leben.

 

23. März 2020

Es tut gut, wenn das folgende Gebet laut gesprochen wird. Wenn Sie mit zusammen beten, können die „Päckchen“ auch im Wechsel gesprochen werden.

So spricht Gott:

In das Dunkel deiner Vergangenheit
und in das Ungewisse deiner Zukunft,
in den Segen deines Wirkens und Schaffens
und in das Elend deiner Ohnmacht
lege ich meine Zusage: ICH BIN DA.

 

In das Spiel deiner Gefühle
und in den Ernst deiner Gedanken,
in den Reichtum deines Schweigens
und in die Armut deiner Sprache
lege ich meine Zusage : ICH BIN DA.

 

In deinen Einsatz für andere
und in die Zeit für dich selbst,
in dein Engagement für die Welt
und in dein Bemühen um die Kirche
lege ich meine Zusage: ICH BIN DA.

 

In die Fülle deiner Aufgaben
und in die Leere deiner Geschäftigkeit,
in die Vielzahl deiner Fähigkeiten
und in die Grenzen deiner Begabung
lege ich meine Zusage: ICH BIN DA.

 

In das Gelingen deiner Gespräche
und in die Langeweile deines Betens,
in die Freude deines Erfolges
und in den Schmerz deines Versagens
lege ich meine Zusage: ICH BIN DA.

 

In die Enge deines Alltags
und in die Weite deiner Träume,
in die Schwäche deines Verstandes
und in die Kräfte deines Herzens
lege ich meine Zusage: ICH BIN DA.

 

In das  Glück des Zusammenhaltens
und in die Freude des Verstehens,
in das Aneinanderleiden deiner Tage
und in die Höhepunkte deiner Freundschaft
lege ich meine Zusage: ICH BIN DA.

 

In die Gebrechlichkeit deines Körpers
und in die Beweglichkeit deines Geistes
in die Verzweiflung deines Scheiterns
und in die Unnachgiebigkeit deiner Menschlichkeit
lege ich meine Zusage: ICH BIN DA.

(H.  Bartsch/H. Ahlenfelder)

 

22. März 2020

Es ist gut,
jeden Tag einen neuen Anfang zu wagen.
Zuversicht möge dich begleiten
wie eine Freundin,
deren Gegenwart dich stärkt.
Der Geist des Vertrauens
möge heilen,
was zerrissen ist in dir,
dass dein Blick sich weite
und du das Kostbare erkennst
neben dem Nichtigen,
das Tröstende
an der Seite des Erschreckenden,
das Heilende
neben dem Ungesunden,
den Raum der Freiheit
inmitten allen Gefangenseins.

Mögest du dieses Leben
in all seinen Widersprüchen
an dein Herz nehmen können
und getrost deinen Alltag leben.

(nach Sabine Naegeli)

 

So segne uns alle:

+

Gott, der uns Vater und Mutter ist
der Sohn, Freund und Bruder an unserer Seite
und der Hl. Geist, Kraft und Beistand auf unserem Weg.

Amen.